Das weitverbreitete Vorurteil, dass es im Erwachsenenalter zu spät für
kieferorthopädische Korrekturen ist, hält sich noch immer hartnäckig. Zu
Unrecht! Denn es ist in der Tat zwar so, dass eine frühzeitige
kieferorthopädische Behandlung im Kindesalter meist einfacher ist, doch auch bei
Erwachsenen können Zahnfehlstellungen behoben werden.
Viele Erwachsene kommen in unsere Praxis, weil sie mit ihrer Zahnstellung aus
optischen Gründen unzufrieden sind. Sehr häufig sind es aber auch
Kiefergelenksbeschwerden, die bei Erwachsenen eine kieferorthopädische
Behandlung notwendig machen. Diese äußern sich zum Beispiel durch verspannte
Gesichts- und Kaumuskulatur, Schmerzen beim Kauen, nächtliches Knirschen bis hin
zu Nacken-, Kopf-
und Rückenschmerzen.
Selbst in hohem Alter ist eine Korrektur möglich. Voraussetzung ist jedoch ein gesunder Zahnhalteapparat, auch "Parodont" genannt. Denn dieser ist für die Zahnbewegung und den angestrebten stabilen Halt der Zähne entscheidend. Grundsätzlich ist allerdings bei allen Erwachsenen die Behandlungs- dauer in der Regel etwas länger als bei Jugendlichen, da die Reaktionsbereitschaft des Parodonts im Alter abnimmt und kein Kiefer- oder Knochenwachstum mehr die Behandlung begünstigt. Fehlstellungen, die über viele Jahre hinweg entstanden sind, lassen sich nicht binnen Wochen korrigieren. Je nach Art der Fehlstellung kann eine Behandlung 1-2 Jahre dauern.